Grundregeln der Heraldik: "Farblehre"

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Grundregeln der Heraldik: "Farblehre"

Beitrag von Ulfgar » 04.05.2010, 06:07

Wer WARHAMMER-Figuren bemalt, der kommt nicht darum herum, sich auch mit deren Heraldik zu befassen. Keine Angst - ich möchte jetzt hier keinen langschweifigen und unendlich theoretischen Diskurs über Heraldik halten, nur mal ein paar nützliche Grundregeln preisgeben. Diese haben durchaus ihren Sinn: Diese Heraldikregeln hatten die Aufgabe, ein Wappen auch auf große Entfernung eindeutig unterscheidbar zu machen. Deshalb möchte ich etwas über die "heraldische Farbenlehre" erläutern. Und natürlich werden wir unsere Figuren nie auf große Entfernung sehen, aber, und das koommt aufs gleiche raus, sie sind sehr klein.

Als erstes werde ich nicht mehr von "Farben" reden, sondern von "Tinkturen". Die "Tinkturen gliedern sich in drei GRuppen:

1. Metalle
Es gibt zwei Metalle: Gold (gelb) und Silber (weiß, hellgrau)

2. Farben
Es gibt vier Farben: Schwarz, Rot, Blau, Grün
Die Helligkeit oder Nuancierung der Farben ist heraldisch ohne Bedeutung und dem persönlichen Geschmack überlassen.
Dazu gibt es noch die Farbe "Natürlich", z.B. braun bei Baumstämmen, hellrosa bei Gesichtern, usw.. "Natürlich" wird von strengen Heraldikern als unheraldisch abgelehnt.

3. Pelzwerk
Es gibt einige Arten von Pelzwerk: Kürsch, Hermelin, Feh
Pelzwerk spielt in der mitteleuropäischen Heraldik eine geringe Rolle, in der osteiropäischen keine - nur in der westeuropäischen Heraldig ist Pelzwerk häufiger anzutreffen. In der WARHAMMER-Welt ist es kaum vorhanden.

Nun zu den Regeln:
Es gibt eigentlich nur zwei Regeln:
1. Farbe darf nur an Metall grenzen (soweit möglich), d.h. Farbe darf nie mit Farbe, Metall nie mit Metall kombiniert werden
2. Pelzwerk darf mit anderem Pelzwerk, mit Farbe und Metall kombiniert werden.

Durch die vorgeschriebene Kombination Farbe/Metall ist ein grüßtmäglicher Kontrast gesichert, der im Zusammenspiel mit einfachen Formen einen größtmöglichen Kontrast garantiert und damit die Erkennbarkeit maximiert.

Ich meine, wer seine Figuren und deren Schilde bemalt, der ist gut beraten, diese "Farblehre" zu berücksichtigen. Z.B. schwarze Symbole auf rotem Grund (oder umgekehrt) oder gar eine gelb-weiße Kombination sind schon auf kürzere Entfernung kaum noch zu identifizieren.

Anm.:
In der "richtigen" Heraldik gibt es nur ein einziges Wappen, das regelgerecht Metall mit Metall kombiniert: Das Wappen von Jerusalem. Dieses Wappen zeigt in Silber ein goldenes, von vier goldenen Kreuzen bewinkeltes Krückenkreuz. Dadurch wird die Sonderstellung von Jerusalem in der christlichen (und islamischen) Religion herausgestellt.
Zuletzt geändert von Ulfgar am 04.05.2010, 07:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Grundregeln der Heraldik: "Farblehre"

Beitrag von Ulfgar » 04.05.2010, 06:07

Wem diese "Farblehre" zu beschränkt vorkommt, dem zeige ich hier einmal, wie sich ein einziges Schildbild, nämlich ein simpler Schrägbalken, durch unterschiedliche Tinkturen in sechzehn unterschiedliche Wappen verwandeln kann:

Bild

Und es gibt ja unendlich viele Wappenbilder...

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Re: Grundregeln der Heraldik: "Farblehre"

Beitrag von Ulfgar » 04.05.2010, 06:08

Ich denke, in WARHAMMER brauchen wir uns nicht pingelig an diese Vorschriften der Heraldik halten. Es bietet sich aber an, diese bei den Völkern zu befolgen, bei denen die Heraldik eine große Rolle spielt: Bretonen und Imperium, ggf. auch noch Hochelfen.

Andererseits empfiehlt es sich, diese Regeln dort zu beachten, wo die Farbgebung besonders dekorativ und erkennbar sein sollte: Bei den Fahnen und Bannern. Fahnen und Banner gehären eigentlich nicht in den Bereich der Heraldik, aber man tut gut daran, sie hier zu befolgen. Gold und Silber sollte man aber generell durch Gelb und Weiß ersetzen, das entspricht dem Textilcharakter der Fahnen wesentlich besser.

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Re: Grundregeln der Heraldik: "Farblehre"

Beitrag von Milgram » 04.05.2010, 08:25

grün wird in der heraldik ebenfalls nur zurückhaltend verwendet. somit bleiben rot, schwarz, blau als farben.
Koroyosh hat geschrieben:Und ich glaube auch, dass die Dunkelelfen gewinnen, weil viele gute Spieler Dunkelelfen spielen.


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Re: Grundregeln der Heraldik: "Farblehre"

Beitrag von Ulfgar » 04.05.2010, 09:09

So selten wird grün gar nicht verwendet, vor allem bestimmten Bildern wie Bäumen, Hügeln usw. kommt es häufig vor. Andererseits ist Grün die heraldische Farbe des Propheten/des Islam und kommt daher in Europa selten zur Anwendung, das stimmt.

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Re: Grundregeln der Heraldik: "Farblehre"

Beitrag von Milgram » 04.05.2010, 12:10

ja, grün erscheint in expliziter heraldik, teilweise auch als hügel oder feld etc. gleichzeitig wird in solchen fällen auch häufig farbe/farbe sowie braun verwendet. als grundfarbe oder als symbolfarbe erscheint es allerdings in europa praktisch nicht.
Koroyosh hat geschrieben:Und ich glaube auch, dass die Dunkelelfen gewinnen, weil viele gute Spieler Dunkelelfen spielen.


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Re: Grundregeln der Heraldik: "Farblehre"

Beitrag von Ulfgar » 11.05.2010, 10:51

Nun ja - in der Heraldik gibt es noch die Farbe "natürlich". Darunter werden alle Farbgebungen zusammengefaßt, die der natürlichen Farbe des dargestellten Gegenstandes entsprechen, z.B. braun (Holz), rosa (Haut), ...

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